Nachdem Michael Powell das britische Kino in erhabene Sphären der Fantasie und Vorstellungskraft geführt hatte, schlug er mit dieser bahnbrechenden metacinematografischen Untersuchung der Mechanismen der Angst einen düsteren Seitenweg in Richtung Besessenheit, Voyeurismus und Gewalt ein. Mit seiner „Killerkamera“ bewaffnet, lässt der Fotograf und Filmemacher Mark Lewis (Carl Boehm) die Traumata seiner Kindheit freien Lauf, indem er Frauen ermordet und ihren Tod filmt – bis er sich in seine Nachbarin aus dem Erdgeschoss verliebt und sich im Kampf gegen seine dunklen Zwänge wiederfindet. Bei seiner Veröffentlichung stieß der Film auf Abscheu, wurde später jedoch als Meisterwerk wiederentdeckt. Der endlos analysierte, bis heute schockierende Film „Peeping Tom“ fordert die Zuschauer heraus, sich mit ihrer eigenen Beziehung zur Gewalt auf der Leinwand auseinanderzusetzen.