„Proximity and Practice“ zeigt Werke der Stipendiat*innen im Bereich Keramik – Sara Alfieri, Erin Drake, Hunter Guidoboni, Zoey McLeod, Hannah Schelb und Warren Van Ryzin – sowie erstmals auch Werke der Stipendiat*innen im Bereich Glas – Michael Carson und Tyler Suter. Im Laufe des vergangenen Jahres haben diese acht Künstler ihre künstlerische Praxis weiterentwickelt und untersucht, wie Nähe – oder deren Fehlen – ihre Verbindungen zu Familie, Gemeinschaft, Online-Räumen und der physischen Welt prägt.

Sara Alfieri kombiniert Software für die digitale Fertigung mit traditionellen handwerklichen Methoden und untersucht, wie geometrisches Design und zylindrische Formen das Wechselspiel zwischen Architektur und menschlicher Erfahrung widerspiegeln. Michael Carson, inspiriert von traditionellen venezianischen Techniken, schafft filigrane Glasgefäße mit skulpturalen Wendungen, die sein Leben als nomadischer Künstler widerspiegeln; jeder Umzug beeinflusst seine sich weiterentwickelnde künstlerische Ausrichtung. Erin Drake konstruiert imaginäre Ökosysteme und lädt die Betrachter ein, durch komplexe Anordnungen von Flora und Fauna Momente der Freude zu entdecken. Hunter Guidobani greift auf Gespräche mit seiner Familie zurück und erforscht die Spannung zwischen Hoffnung und Angst; dabei nutzt er Skulpturen, um die Hilflosigkeit darzustellen, die man empfindet, wenn man in der Nähe mächtiger Systeme lebt. Zoey McLeod verankert ihre Objekte in einer engen Beziehung zur Natur und handwerklichen Prozessen und beschäftigt sich dabei mit der Vergänglichkeit des Menschen, den Jahreszeitenzyklen und der Unausweichlichkeit des Verfalls. Hannah Schelb untersucht Selbstbild, Wahrnehmung und Urheberschaft, indem sie gemeinsam mit der Belger Arts-Gemeinschaft an kleinen figurativen Skulpturen arbeitet und dabei hervorhebt, wie die physische und emotionale Nähe zu einer kreativen Gemeinschaft die künstlerische Praxis prägt. Tyler Suter nutzt die Fließfähigkeit von Glas und lässt sich von Kymatik, chemischen Reaktionen, REM-Bildern (Rasterelektronenmikroskopie) und organischen Mustern inspirieren, um Momente aus der Natur einzufangen und die Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft zu erforschen. Warren Van Ryzin adaptiert antike Keramikbilder, um eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen, und veranschaulicht, wie die Nähe zur Online-Kultur die Interpretationen seiner Arbeit durch einen modernen, kryptischen Dialekt beeinflusst.

Belger Arts lädt im Rahmen seiner „Artists in Residence“-Programme weiterhin nationale und internationale Künstler ein und bietet Keramik- und Glaskünstlern die Möglichkeit, ihr Schaffen zu erweitern oder besondere Projekte zu verwirklichen, die über ihre bisherige Atelierpraxis hinausgehen.